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Ausbildungsstart via Fernunterricht - eine besondere Herausforderung

Ausbildungsstart via Fernunterricht - eine besondere Herausforderung

Am 27. April 2020 startete der Kurs 20 der Höheren Fachschule Pflege hier bei uns am BZSL. Wegen dem Coronavirus SARS-CoV-2 ist auch in der Höheren Fachschule Pflege Fernunterricht statt Präsenzunterricht angesagt. Da wir vom Lehrerteam die Studierenden bis jetzt noch nicht persönlich kennen und die Studierenden sich untereinander ebenfalls grösstenteils nicht bekannt sind, stellt dies eine aussergewöhnliche Aufgabe dar.


 

Zusammen mit meinen Kolleginnen Ursina Schmid und Karin Zimmermann informierten wir die Studierenden vor Ausbildungsbeginn, dass die HF-Ausbildung digital via Microsoft Teams startet. Ein Lob an die Studierenden. Sie haben sich couragiert auf diese Unterrichtform eingelassen, obwohl sie sich den Beginn ihrer Ausbildung bestimmt anders vorgestellt haben. Alle packten an, nach dem Motto: «Jetzt geht’s los, das schaffen wir».

 

Natürlich gab und gibt es Diskussionen, wie wir das am besten methodisch, didaktisch und technisch umsetzen. Bevor wir mit dem Fachunterricht loslegten, planten wir einen Einstieg mit einer passenden Geschichte und einer gebührenden Begrüssung. Die Studiereden verfassten einen «Steckbrief» von sich und legten diesen dann auf Teams ab.

 

Der Unterricht mit Videokonferenz gestaltet sich sowieso anders als Präsenzunterricht. In der Anfangsphase sind neben einer guten Vorbereitung besonders wichtig: Geduld, gemeinsame Rücksicht, Flexibilität, Humor, keine Nebengeräusche, etwas Neues wagen, kreativ sein. Endlose Folienschlachten sind schon im Präsenzunterricht unerträglich. Im virtuellen Lernsetting werden sich einige Studierende schnell abwenden und sich parallel zum Unterricht anderen Tätigkeiten zuwenden. Daher ist es besonders wichtig, aktiv und abwechslungsreich zu unterrichten und die Teilnehmenden stark miteinzubeziehen. Dies erwies sich zu Beginn als schwierig. Da sich die Studiereden untereinander nicht kennen, bedurfte es der Aufforderung und Mut, um sich zu melden. Wir haben die Studierenden in Kleingruppen eingeteilt. Sie bekommen interessante Lernziele, die sie bearbeiten dürfen. Anschliessend erstellen sie ein Skriptum. Unterstützend gibt es Vorlesungen. Zwei bis drei Tage später präsentieren sie ihre Ergebnisse via Teams. Die von den Studierenden erarbeiteten Skripte lesen wir und geben anschliessend konstruktive Rückmeldungen. Dieses Prozedere hat sich mittlerweile prima eingespielt.

 

Trotz dieser lehrreichen Erfahrung empfinde ich es nach wie vor seltsam und gewöhnungsbedürftig, allein im Zimmer, mit einem Notebook vor der Nase, eine Vorlesung zu halten. «Die Lüftung eines Notebooks kann nie das Gefühl ersetzen, den Atem eines Menschen zu spüren!»

 

Wir hoffen alle, dass es am 8.Juni 2020 wieder mit Präsenzunterricht losgeht und freuen uns darauf, die Studierenden real kennenzulernen.

 

Horst Hilger

Berufsfachschullehrer HF Pflege

 

Lesen Sie hier den Bericht mit Fotos. 


BZSL alt - Ausbildungsstart via Fernunterricht - eine besondere Herausforderung (08.06.2020 14:28)


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