Accesskeys

Museum einmal anders - Transkulturelle Kompetenz in der Pflege

Fluchtgeschichten

Vorurteile abbauen

Im Rahmen unserer Projektwoche «Transkulturelle Kompetenz in der Pflege» durfte ich am 18.12.2019 mit unseren Studierenden der Höheren Fachschule Pflege Kurse HFPF18 und HFPFV18 einen aussergewöhnlichen Museumsbesuch erleben.


 

 

Museum bekommt dabei für uns alle eine ganz neue Bedeutung. Es geht in der Ausstellung «Flucht» nicht um verstaubte Geschichte, sondern um hochaktuelle und brisante Thematik der Flucht und Migration in die Schweiz.

 

Die Ausstellung ist vom Bundesamt für Migration organisiert und nun seit vier Jahren in der Schweiz unterwegs. Im Völkerkundemuseum St. Gallen findet sie nun ihr Ende. Spannend ist die Tatsache, dass sich die Ausstellung während der Zeit immer wieder etwas verändert, weil weltweit neue Konflikte oder Naturkatastrophen auftauchen, welche Menschen an Leib und Leben bedrohen.

 

Neueste Zahlen der UNO Flüchtlingskonferenz vom 17.12.2019 belegen, dass aktuell rund 71 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Davon sind etwas mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Flüchtlinge sind durchschnittlich 17 Jahre auf der Flucht. Ein drittel der Vertriebenen bleibt im eigenen Land. Drei Viertel der Menschen, welche die Grenzen überschreiten, suchen Schutz in einem unmittelbaren Nachbarstaat.

 

Eines unserer Ziele der Projektwoche ist es, Vorurteile gegenüber Migranten und Flüchtlingen abzubauen und sich dabei ein eigenes Bild der Situation zu machen.

 

Der kurze Film vom syrisch kurdischen Filmemacher und Regisseur Mano Khalil, er lebt heute in der Schweiz, hat uns alle in seinen Bann gezogen. Mano Khalil, welcher selbst als Flüchtling unterwegs war und dabei in Gefangenschaft geriet, zeigte uns Dokumentarfilmausschnitte aus syrischen Kriegsgebieten, den gefährlichen Reisen der Flüchtlinge sowie deren Schicksalen in den überfüllten Flüchtlingslagern.

 

Uns allen wurde rasch klar, da möchte man nicht tauschen. Niemand ist freiwillig auf der Flucht. Angst und Bedrohung an Leib und Leben sind ständige Begleiter und treten von einem Moment auf den anderen in das Leben der Flüchtlinge. Kinder und Frauen sind besonders verletzlich und ausserordentlich gefährdet. Sexuelle Ausbeutung und Vergewaltigung gehören plötzlich zur Tagesordnung.

 

Die Studierenden der Höheren Fachschule Pflege wurden interaktiv in die Rollen der Flüchtlinge mit einbezogen. Was nimmt man mit in der Not? Wie lebt es sich in ständiger Gefahr ohne Schutz der Familie? Wozu führt die Perspektivenlosigkeit in trostlosen und überfüllten Lagern?

Was ist harte Realität und was passiert mit den Träumen?

 

Auch erfuhren wir, wie mit einfachsten Mitteln konkret geholfen werden kann. Etwa mit einem von der ETH entwickelten Graskocher, welcher den Frauen das mühsame Holzsuchen erspart. Oder etwa wie überlebenswichtig ein Handy und die digitalen Plattformen sind.

 

Was jedem von uns bleibt ist nun die grosse Herausforderung unserer Zeit.

 

Wie begegnen wir diesen Menschen?

Was ist unsere konkrete Rolle als Pflegende?

 

Vielen Dank!

 

Felix Darms, Berufsfachschullehrer HF Pflege

 

 

Hier einige Impressionen in der Bildergalerie

 


BZSL - Museum einmal anders - Transkulturelle Kompetenz in der Pflege (20.12.2019 13:18)


Servicespalte