Qualitätsmanagement

Das Q2E-Modell

Die Bezeichnung Q2E steht als Kürzel für «Qualität durch Evaluation und Entwicklung». Der Titel besagt, dass Schulqualität im Wechselspiel von Evaluation und Entwicklung schrittweise gewonnen werden kann   dass also die fortschreitende Optimierung als wichtigste Qualitätsgrundlage betrachtet wird. Damit orientiert sich das Q2E Modell am Konzept des «Total Quality Management» (TQM), allerdings mit dem Anspruch, die charakteristischen Eigenheiten von Schule und Unterricht möglichst gut zu berücksichtigen.

Das Q2E Modell versteht sich als Hilfestellung für den Aufbau eines ganzheitlichen Qualitätsmanagements an Schulen. Als Grundlage dient dabei das in dieser Reihe erschienene «Q2E Basisinstrument zur Schulevaluation». In dieser Broschüre werden die Qualitätsmerkmale einer guten Schule gegliedert in die Bereiche «Input , Prozess  und Output /Outcome Qualitäten» detailliert beschrieben. Diese systematisierte Darstellung soll die Schulen bei der Erarbeitung eines schulspezifischen Qualitätsleitbildes unterstützen.

Aufbauend auf dieser Grundlage wird ein Qualitätsmanagement angestrebt, das die folgenden vier Eckpunkte umfasst:

1. Feedbackgestütztes Lernen

In der Schule werden mit geeigneten Verfahren und Instrumenten Feedbacks eingeholt, um Stärken und Schwächen des eigenen Handelns bewusst zu machen und um die pädagogische Praxis fortlaufend zu optimieren. Im Vordergrund stehen die bewusste Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des eigenen Handelns, und das kritische Hinterfragen der handlungsleitenden Werte.

Die Einrichtung von so genannten «Qualitätsgruppen» wird als Voraussetzung betrachtet, um diese praxisorientierten Reflexionsprozesse anzuregen und zu unterstützen. Zum Einsatz kommen dabei das Feedback von Schülerinnen und Schülern, die kollegiale Unterrichtshospitation, die Fallbesprechung in kollegialen Austauschgruppen oder die Arbeit in themenorientierten Lern  und Projektgruppen.

2. Datengestützte Schulevaluation

Die Schule ist dafür besorgt, dass die Qualität des Unterrichtes, der institutionellen Rahmenbedingungen und der unterstützenden Prozesse mit geeigneten Instrumen-ten und Verfahrensweisen evaluiert werden und dass wirksame Massnahmen zur Qualitätsentwicklung ergriffen werden. Mit unterschiedlichen Formen der Selbstevaluation werden so das institutionelle Lernen angeregt und Entwicklungsprozesse der Schule als Ganzes unterstützt.
(Dazu existieren die Q2E Broschüren «Schritte zur datengestützten Schulevaluation» und das Evaluationsprogramm «EVAL Q2E»).

3. Steuerung der Qualitätsprozesse durch die Schulleitung

Die Schulleitung hat bei der Steuerung der Q Prozesse insbesondere bei der Erarbeitung und Umsetzung der handlungsleitenden Konzepte des Qualitätsmanagements eine zentrale Rolle. In der Schule muss ein Konzept vorliegen, in dem deutlich wird, wie die Schulleitung zum Beispiel mittels Mitarbeitergespräche das Personal führt und mit den Stärken und Schwächen der Mitarbeitenden umgeht. Zudem braucht es ein definiertes Vorgehen für die Intervention bei gravierenden Qualitätsdefiziten. All diese Elemente eines Qualitätsmanagements werden in einer strukturierten Dokumentation dargestellt, in der auch die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten geklärt werden.

4. Externe Schulevaluation

Die Schule lässt das schuleigene Qualitätsmanagement sowie Ausschnitte aus der Schul  und Unterrichtsqualität extern überprüfen, verarbeitet die Ergebnisse und nutzt sie zur schrittweisen Optimierung. Die externe Schulevaluation will einerseits Anstösse zur Schulentwicklung geben   zur Optimierung des Qualitätsmanagements sowie eines von der Schule selber ausgewählten Schul- oder Unterrichtprozesses. Anderseits dient sie auch als rechenschaftsorientierte Evaluation des Qualitäts-managements, wobei die Rechenschaftslegung zunächst gegenüber den Schulbe-hörden geschieht; darüber hinaus aber auch gegenüber der Zertifizierungsinstanz   sofern sich die Schule für eine Zertifizierung entscheidet.
(detailliert in Broschüre «Grundlagen der externen Schulevaluation».)

Die Komponenten des Q2E-Modells

Das Qualitätsmanagementmodell Q2E ist ein ganzheitliches Orientierungsmodell für Schulen, die ein eigenes Q-System aufbauen wollen. Das Modell basiert auf sechs Komponenten, die den allgemeinen Rahmen eines schulinternen Qualitätsmanagements umreissen und jeweils schulspezifisch – unter Einbezug der örtlichen Gegebenheiten – angepasst und ausgelegt werden müssen.

Q2E