FMS-Klasse: Exkursion nach Basel

Exkursion vom 3. Mai 2011


Liebe Leserinnen und liebe Leser

Auch am BZSL gibt es hin und wieder ganz aussergewöhnliche Schultage. Von einem davon, möchte ich Ihnen kurz berichten.

Unsere FMS Klasse mit dem Schwerpunkt Gesundheit, ist eine kleine Klasse, nämlich aus 11 Studierende, 10 Frauen und 1 Mann. Da Sie jedoch für den Fachunterricht Gesundheit aus drei verschiedenen Kantonsschulen zu uns nach Sargans kommen, gibt es immer wieder Abwesende zu verzeichnen. An unserem Reisetag stand davon die Hälfte der Studierenden zur Verfügung. Damit war für die erste Aufregung bereits gesorgt. Als angemessene Reisegruppe bei den SBB sollte man für Reisevergünstigungen ungefähr zehn Personen sein. Kurzentschlossen mussten die Ehefrau und die Tochter der Lehrperson ebenfalls mit auf die Reise. Von der SBB und von der Museumsführung gab es jetzt überhaupt keine Einwände mehr.


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Eine ganz spezielle Besonderheit für eine Ausbildung im Gesundheitswesen ist, dass diese Studierenden noch keine Praxiserfahrung mitbringen. Deshalb ist es immer wieder eine grosse Herausforderung, wie es Lehrpersonen gelingen könnte, den Unterricht möglichst anschaulich zu gestalten. Unser Ziel des Tages: Eine Exkursion ins Anatomische Museum sowie ins Pharmaziehistorische Museum nach Basel.

 

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Das Wetter begrüsste uns an diesem Morgen um 7.08 Uhr eher unfreundlich. Nach kurzem Fussmarsch vom Schulgebäude zum Bahnhof Sargans waren die Anwesenden nicht nur hellwach, sondern auch gleich Pflotsch-nass. Das Tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Zug stiess dann die Begleitgruppe auf vier Studierende. Der Empfang war herzlich und die Studierenden liessen sich durch die beinahe gleichgrosse Begleitgruppe jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Der Kondukteur hatte auch nichts zu bemängeln, obwohl nur rund die Hälfte der reservierten Plätze belegt war. Die 7 jährige Lehr(er)Tochter hat sich rasch in die Klasse integriert. Kurz nach Zürich war die ganze Reisegruppe mit ihren Zeichnungen ausgestattet und ab sofort stand wirklich gar nichts mehr einem zünftigen Tschau-Sepp im Wege.
Blitzartig verflog die Zeit und wir erreichten unseren Zielbahnhof in Basel. Inzwischen waren unsere Kleider wieder trocken.
Zwei weitere Studierende sind zu uns gestossen und wir mussten uns beeilen. Schon brauste Tram 11 mit unserer Gruppe auf und davon. Nach kurzer Fahrt und einem noch kürzeren Fussmarsch standen wir auch schon vor dem Anatomischen Museum. Es war jetzt genau zehn Uhr Morgens. Wir waren pünktlich, aber alles war verschlossen. Bange Minuten des Wartens begannen. Hat etwas mit der Reservation nicht geklappt? Sind wir am falschen Tag unterwegs. Hat man uns wohl vergessen? Während unserer Beratung entdeckt jemand eine Hausglocke.

 

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Nach einer Ewigkeit von zirka 30 Sekunden dann die Erlösung. Schritte nahen und das Tor geht auf. «Ah Sie sind schon da»; empfängt uns eine nette Frauenstimme. Der Empfang war herzlich. Nachdem unsere inzwischen auf fast zehn Personen angewachsene Gruppe drin war, durften wir die Jacken und Taschen ablegen und schon konnte es losgehen. Im ersten Stock die anatomischen Exponate und im Parterre eine hochwertige Ausstellung zum menschlichen Gesicht.
Klar war das spannend. Das Wissen darum, dass es sich bei den Exponaten um echte menschliche Körperteile und Organe handelte, löste teilweise jedoch auch ein etwas mulmiges Gefühl aus. Trotzdem haben alle es geschafft ohne zu kollabieren und mit wachen Sinnen durch die Ausstellung zu gehen. Nun konnte man das Ganze auf sich wirken lassen. Bemerkungen wie; «Das Leben als siamesische Zwillinge muss sicher unbequem sein». «Die Skoliose bereitet bei blossem hinschauen schmerzen. „Beim Vergleich der Herzen von Mäuschen, Menschen und Elefanten sind wir doch zufrieden ein Mensch zu sein», mögen davon zeugen. Ich bin mir nicht sicher wie gross die Erleichterung war als wir das Museum verliessen. Aber da alle grossen Hunger äusserten, konnte es jedenfalls nicht weiter schlimm sein.

 

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Nach reichlich Pizza und Salat ging's weiter ins Pharmaziehistorische Museum. Alle erschienen pünktlich und wissbegierig zum Treffpunkt. Nach drei minütigem Fussmarsch ins Totengässlein waren wir da. Die Museumsführerin erkundigte sich nach unserem Vorwissen zum Thema Pharmazie. Nach kurzer Einführung zum geschichtsträchtigen Museumsgebäude konnte es losgehen. Wir staunten natürlich nicht schlecht, was da den Menschen vor unserer Zeit so alles als Medizin verabreicht wurde. Das reichte immerhin von pulverisierten Hörnern und Mumien bis hin zum Gift von Kröten, Schlangen und Skorpionen.
Wir jedenfalls waren am Schluss froh dass die Industrialisierung und die Pharmazeutische Industrie in Basel Fuss gefasst hat. Über das Handwerk der Alchemisten bis hin zur Apothekerkunst haben wir viel Wissenswertes über ein eindrückliches und wohl auch mühseliges Handwerk erfahren. Zum Abschluss sahen wir dann noch wie die Medikamente zur damaligen Zeit gelagert und in den Apotheken in kunstvollen Gefässen gelagert wurden. Auch da sind deutliche Unterschiede zur heutigen Zeit feststellbar. Nach einer Stunde Fragen und Information war unser Bedarf an Museum gestillt.
Die Reise hat sich wirklich gelohnt und ich möchte Sie jedem weiterempfehlen

Felix Darms
Berufsschullehrer BZSL